Was trägt die Landwirtschaft zur Klimakrise bei?

Ein großer Player bei „Ernährung und Gesundheit“ ist die Landwirtschaft. Darüber ließe sich viel sagen und viele wissen bereits vieles. Die Diskussion um den Fleischkonsum, die Umstellung auf Öko- oder regionale Produkte (bei Produktion und Konsum), die Auswirkungen von Düngung auf das Grundwasser und die Flüsse/Meere, Neuausrichtung der Agrar-Subventionen der EU…. – aber auch der Erhalt unserer Kulturlandschaft und Wiesen für die Artenvielfalt und die globale Dimension spielen dabei eine Rolle. 

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Der BUND Naturschutz in Bayern e.V. zeigt Möglichkeiten für eine klimafreundliche Landwirtschaft auf:
– Mehr ökologischen Landbau betreiben: Der Ökolandbau verursacht weniger Treibhausgase und das gesamte Bewirtschaftungssystem ist anpassungsfähiger und robuster gegenüber den Folgen der Erderwärmung.
– Neue bzw. vergessene Formen der Landnutzung (wieder) umsetzen, beispielsweise die Agroforstwirtschaft. Wie schon die traditionellen Haglandschaften in Bayern kombiniert sie Forst- und Landwirtschaft, was viele positive Effekte haben kann (z. B. höhere Kohlenstoffbindung, Wasserrückhaltung, Erosionsschutz, geringerer Düngebedarf).
– Ausstieg aus der industriellen Massentierhaltung, Reduzierung des Tierbestands auf ein klimaverträgliches Maß und angepasst an die landwirtschaftliche Nutzfläche eines Betriebes.
– Keine Sojaimporte mehr für Tierfutter: Mit dem Import von Soja für unsere Mastanlagen unterstützt die deutsche Landwirtschaft die Zerstörung von Wäldern weltweit. Wälder gehören zu den wichtigsten CO2-Speichern der Welt. Landwirte sollten deshalb möglichst ihren Viehbestand dem eigenen Nutzland (eigene Futterproduktion) anpassen sowie auf im Inland produziertes Futter und kraftfutterreduzierte Viehhaltungssysteme, wie sie beispielsweise im Ökolandbau oft vorkommen, setzen.
– Äcker auf Moorstandorten möglichst in Grünland beziehungsweise Paludikultur umwandeln.
– Ackerflächen wenn möglich in Dauergrünland umwandeln.
https://www.bund-naturschutz.de/landwirtschaft/klimawandel-und-landwirtschaft

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Seit 1993 gibt das AgrarBündnis (unabhängiger, überparteilicher und überkonfessioneller Zusammenschluss von derzeit 26 unabhängigen Organisationen aus Landwirtschaft, Umwelt-, Natur- und Tierschutz sowie Verbraucher- und Entwicklungspolitik) jährlich den Kritischen Agrarbericht heraus. Er wird auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Wie kein anderes Buch dokumentiert Der kritische Agrarbericht die aktuelle Debatte um die Landwirtschaft in Deutschland vor dem Hintergrund der europäischen und weltweiten Agrarpolitik.
2023: „Landwirtschaft & Ernährung für eine Welt im Umbruch 2023“
2022: „Preis Werte Lebensmittel“ (2022)
Diese Berichte und weitere sind zu finden unter: https://kritischer-agrarbericht.de/

Die Website vom Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) berichtet zu den Fakten:
https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/klimaschutz/25508.html


„Die Landwirtschaft spürt die Auswirkungen der Klimaveränderungen unmittelbar. Durch die veränderten Witterungsbedingungen verschieben sich die Anbauphasen, was durch eine längere Wachstumsperiode Vorteile für die Landwirtschaft haben kann. Doch auch die Verbreitungsgebiete von Insekten, die Pflanzen schädigen, und von Krankheiten verschieben sich, so dass neue Arten einwandern können. Auch die direkten Wetterereignisse wie Trockenheit oder lange Nässeperioden stellen Probleme für die Landwirt:innen dar. Der Sommer 2018 hat eindrücklich gezeigt, wie sich eine langanhaltende Trockenphase auf die Ackerfrüchte auswirkt. Die Zunahme von Extremwetter wie Hagel oder Starkregen kann die Ernte vernichten und lange Trockenperioden führen zu einem Vertrocknen der Feldfrüchte. 

Landwirtschaftliche Treibhausgas-Emissionen bestehen fast nur aus Methan und Lachgas – zum Vergleich: Methan ist ungefähr zwanzigmal klimaschädlicher als Kohlendioxid (CO2), Lachgas sogar dreihundertmal. Der Agrarsektor liefert laut Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) den größten Beitrag zu den weltweiten menschengemachten nicht-CO2-Emissionen. Der Ausstoß an Treibhausgasen aus der Landwirtschaft ging in Deutschland zwischen 1990 und 2016 um 18 Prozent zurück, von 79,4 auf 65,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Dies geht vor allem auf die Verringerung der Tierbestände nach der Wiedervereinigung zurück. Seit 2003 ist der Ausstoß auf einem gleichbleibenden Niveau. Der Anteil der Landwirtschaft am Gesamtausstoß der Treibhausgase ist dagegen leicht angestiegen: von 6,3 Prozent im Jahr 1990 und auf 7,2 Prozent 2016.“ 
Ergänzung: 2020 verursachte die Landwirtschaft etwa 60,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, das sind rund 8,2 Prozent der gesamten Treibhausgas-Emissionen Deutschlands. 50,1 Prozent der CO2-Äquivalente entfallen auf Methan (CH4), weitere 45,6 Prozent auf Lachgas (N2O) und nur 4,4 Prozent auf Kohlendioxid (CO2).
„Das meiste Methan wird vom Verdauungsvorgang bei Wiederkäuern (Rinder, Ziegen, Schafe) sowie bei der Lagerung und Ausbringung von Mist und Gülle verursacht. Aus landwirtschaftlich genutzten Böden wird hauptsächlich Lachgas freigesetzt; überwiegend aus der Düngung mit mineralischem Stickstoffdünger, Gülle und Mist sowie pflanzlichem Dünger (Ernterückstände und Gärreste der Biogasproduktion). Zu weiteren Emissionen kommt es durch Landnutzungsänderung – vor allem durch die Nutzung von Moorböden und den Umbruch von Grünland. 
Die Landwirtschaft ist nicht nur Treiber des Klimawandels, sondern auch stark von den Folgen der Klimakrise betroffen. Es bedarf daher einer Anpassung der Anbausysteme an den Klimawandel.“