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Viele haben es schon einmal gehört: Das Internet verbraucht eine Menge Strom.

Denken wir an Server, die unsere Anfragen bedienen, den Datenverkehr und die Endgeräte. Da der Strom immer noch teilweise aus Kohle, Öl und Gas stammt, bleibt auch ein Effekt auf unser Klima nicht aus. Allerdings ist der Effekt, den ich als Endnutzer habe, recht überschaubar. Schauen wir uns als Beispiele Suchanfragen und Streaming-Dienste an:
- Suchmaschinen: Die am häufigsten benutzte Suchmaschine dürfte die von Google sein. Laut Selbstauskunft verursacht eine Suchanfrage 0,2g CO₂. Nachprüfen lässt sich das schwer, aber nehmen wir einmal an, dass das stimmt. Somit entspricht das einer Autofahrt eines Mittelklasse-Benziners von 50 cm. Freilich: Kleinvieh macht auch Mist. Bei 10 Suchanfragen pro Tag kommt hier doch ein bisschen was zusammen. Bis 2030 möchte das Unternehmen Google seine Elektrizität komplett aus klimaneutralen Quellen erhalten.
Dennoch gibt es auch alternative Suchmaschinen. Hier möchte ich das Beispiel Ecosia.org vorstellen. Die Betreiber haben sogar einen heilsamen Klimaeffekt als Ziel. Sie erzeugen mehr Solarstrom, als sie benötigen. Außerdem unterstützen sie durch die Einnahmen, die sie durch die Anzeigen erhalten, mehrere Projekte zur Wiederaufforstung. Ein Wermutstropfen: Manches, was von Google gefunden wird, ist bei Ecosia nicht in der Liste. Wird jedoch etwas gesucht, das nicht allzu ausgefallen ist, sollte Ecosia dennoch das gewünschte Ergebnis liefern.
- Streaming-Dienste: Auch hier hatte ich, ehrlich gesagt, mit größeren Auswirkungen gerechnet. Zunächst einmal die gute Nachricht: Es werden weniger DVDs gekauft, was den Plastikmüll deutlich reduziert hat. Aber beim Streaming verbrauchen die Serverfarmen und die Datenübertragungen zusätzliche Energie. Ein Schätzwert für eine Stunde Video anschauen liegt bei 4 Gramm CO₂ für den üblichen Kabelanschluss und 13 g für das Anschauen auf dem Mobiltelefon. Ausgedrückt in Autofahrten wären das 10 m bzw. 32,5 m. Also: Einmal das Auto bewusst stehen lassen, und zum Ausgleich können haufenweise Videos angeschaut werden….
Es gibt freilich auch Unterschiede bei den Anbietern: Bei einer Greenpeace-Studie schnitten für Musikdienste iTunes und für Videodienste YouTube am besten ab. Im Mittelfeld waren Spotify und Amazon Prime und Schlusslichter Soundcloud und Netflix.
Bernhard Gelderblom
