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Der ökologische Fußabdruck bezeichnet die biologisch produktive Fläche auf der Erde, die notwendig ist, um den Lebensstil und Lebensstandard eines Menschen dauerhaft zu ermöglichen. Damit ist der ökologische Fußabdruck ein Indikator für Nachhaltigkeit.

Der Begriff ökologischer Fußabdruck und das dahinter stehende Konzept wurde bereits 1994 von Mathis Wackernagel und William Rees entwickelt. Danach bezeichnet der ökologische Fußabdruck „die biologisch produktive Fläche auf der Erde, die notwendig ist, um den Lebensstil und Lebensstandard eines Menschen (unter den heutigen Produktionsbedingungen) dauerhaft zu ermöglichen. Damit ist der ökologische Fußabdruck ein Indikator für Nachhaltigkeit. Das schließt Flächen ein, die zur Produktion von Kleidung und Nahrung oder zur Bereitstellung von Energie benötigt werden, aber z.B. auch zur Entsorgung von Müll oder zum Binden des durch menschliche Aktivitäten freigesetzten Kohlenstoffdioxids. Der Fußabdruck kann dann mit der Biokapazität der Welt oder der Region verglichen werden, also mit der verfügbaren biologisch produktiven Fläche.“ So habe ich am 30.01.2023 auf dem entsprechenden Eintrag bei der Internetwissensdatenbank Wikipedia nachgelesen, sowie auch die folgenden Ausführungen zum Thema.
2003 gründete Mathis Wackernagel das Global Footprint Network. Diese Einrichtung legt großen Wert auf die Transparenz der Methodik.
Die zugrunde liegende Frage ist: Wie viel biologische Kapazität des Planeten wird von einer gegebenen menschlichen Aktivität oder Bevölkerungsgruppe in Anspruch genommen?
Da die Fruchtbarkeit von Böden nicht überall gleich verteilt ist, wurde ein Maß entwickelt, um die unterschiedlichen Bodenarten (Berge, Wüsten, Wiesen, bewirtschaftete Äcker usw.) in unterschiedlichen Ländern oder anderen Gebieten miteinander vergleichen zu können. Dieses Maß ist der Globale Hektar (gha). Er entspricht einem Hektar mit weltweit durchschnittlicher biologischer Produktivität.
In der Methodik werden zwei Flächen zueinander in Beziehung gesetzt. Zum einen die für einen Menschen durchschnittlich verfügbare Land- und Wasserfläche (Biokapazität). Zum anderen diejenigen Land- und Wasserflächen, die in Anspruch genommen werden, um den Bedarf dieses Menschen zu produzieren und den dabei erzeugten Abfall aufzunehmen (der ökologische Fußabdruck).
Demnach wurde bei uns in Deutschland in den letzten Jahren etwa 3 Mal mehr Fläche verbraucht als wir eigentlich zur Verfügung haben. Eigentlich stehen jedem Menschen 1,71 gha zur Verfügung, wir haben 5 gha verbraucht.
Eine Schwäche an diesem Konzept ist wohl, dass nur ein biologischer Faktor als Kenngröße eingeht, die Menge des verbrauchten Landes. Nicht berücksichtigt werden etwa die Intensität der Landnutzung, oder ganz andere Faktoren wie der Wasserverbrauch, schwer abbaubare Abfälle (wie Kunststoffe, toxische oder radioaktive Abfälle), nicht erneuerbare Ressourcen (wie Kupfer, Zinn, Kohle, Erdöl). Auch Atomenergie geht nur gering ein, da nur die Nebenverbräuche berücksichtigt werden. Es gibt wohl einen umfangreicheren Index, der Sustainable Process Index (SPI), mit dem neben allen Stoff- und Energieflüssen auch sämtliche Emissionen erfasst werden können.
Als Warnmechanismus leistet der ökologische Fußabdruck aber wohl gute Dienste.
Auf der Homepageseite von Brot für die Welt fand ich bei Materialien für die Gemeinde die Möglichkeit, eine Postkarte auszudrucken, die folgende Tipps vorstellt, die ich selber tun kann:
Besser essen: gesund und umweltschonend mit weniger Fleisch- und Milchprodukten.
Gut und fair kaufen: Überflüssiges vermeiden! Fair, regional und bio wählen.
Weniger fliegen, besser erholen: Mehr Urlaub: traumhaft reisen auf festem Boden.
Zukunftsfähig wirtschaften: Ökostrom nutzen und Geld „ethisch“ anlegen.
Sprit sparen, Fahrrad fahren: mobil mit Rad, Bus, Bahn und Carsharing.
Clever heizen: Wärmedämmung, moderate Raumtemperaturen und Stoßlüften.
Politik gestalten: für den Erhalt der Lebensgrundlagen und weltweite Gerechtigkeit streiten.
Bewusst leben: Lebenszeit genießen! Entschleunigt, gesund, glücklich.
Ergänzen möchte ich noch: Offenheit für das Thema, mein persönliches Konsumverhalten kritisch überdenken und dabei elektrische und elektronische Geräte mitbedenken.
Ich vermute, dass das Buch von Mathis Wackernagel und Bert Beyers (Footprint. Die Welt neu vermessen) sowie die Informationen des Global Footprint Network auch sehr lesenswert sind.
Dorothee Kümmerlin
